21. Juni 2026
Design
Mitschke et al. untersuchten in drei Experimenten, wie sich Lachen regulieren lässt. Die Versuchspersonen hörten Witze. Erfasst wurden Gesichts-EMG und subjektive Einschätzungen der Witzigkeit. Verglichen wurden Ablenkung, kognitive Neubewertung und expressive Unterdrückung. In den ersten beiden Experimenten nahmen jeweils 40 Personen teil. Im dritten Experiment mit 41 Personen wurde zusätzlich soziales Lachen als Rückmeldung eingeführt.
Ergebnisse
Ablenkung und expressive Unterdrückung reduzierten die mimische Aktivität am stärksten. Kognitive Neubewertung hatte kleinere, aber konsistente Effekte auf die Gesichtsmuskelaktivität. Sie senkte vor allem die subjektive Bewertung der Witzigkeit. Wenn andere Menschen lachten, wurde die Kontrolle schwieriger. Soziales Lachen erschwerte die Ausdruckskontrolle und erhöhte die Bewertung der Witzigkeit.
Einordnung
Die Studie trennt körperlichen Ausdruck und inneres Erleben. Gesichts-EMG macht kleinste mimische Aktivierungen sichtbar, bevor von außen ein klares Lächeln oder Lachen erkennbar sein muss. Zugleich zeigt die Studie, wie stark soziale Reize die Emotionsregulation verändern können.
Praxisbezug
Für Biofeedback ist das ein anschauliches Beispiel. EMG zeigt nicht nur muskuläre Spannung bei Schmerz, Bruxismus oder Haltungsmustern. Es kann auch feine automatische Körperreaktionen sichtbar machen. Wichtig bleibt: Aus einem EMG-Signal lässt sich keine Emotion sicher ablesen. Bedeutung entsteht durch Kontext, Selbstwahrnehmung, Gespräch und Verlauf.
Quelle
Mitschke V, Ziereis A, Manivasagam S, Schacht A. Laughter regulation in solitary and social contexts varies across emotion regulation strategies. Communications Psychology. 2025;3:180. doi: 10.1038/s44271-025-00368-6. PMID: 41310142; PMCID: PMC12673100.
