21. Juni 2026
Design
Fuhrmann et al. prüften eine kurze smartphonegestützte Stressmanagement-Intervention. Die App MT StressLess wurde mit integriertem herzfrequenzbasiertem Biofeedback über eingebaute Beschleunigungssensoren eingesetzt. In der randomisierten kontrollierten Studie wurden 166 Teilnehmende drei Gruppen zugeteilt: App mit Herzfrequenz Biofeedback, App ohne Biofeedback oder Wartelisten Kontrollgruppe. Die Intervention dauerte 18 Tage. Die Messungen erfolgten zu Beginn, nach der Intervention und nach einem Monat.
Ergebnisse
Die Studie spricht für das Potenzial sensorbasierter digitaler Interventionen. Gleichzeitig bleibt die Einordnung vorsichtig. Der Zusatznutzen des Biofeedback Elements war gegenüber der App ohne Biofeedback nicht eindeutig nachweisbar. Die Autorinnen und Autoren diskutieren unter anderem interozeptive Wahrnehmung und Selbstregulation als mögliche Wirkmechanismen.
Einordnung
Die Studie zeigt, dass Entspannung nicht mit einem einzelnen Messwert gleichgesetzt werden kann. Wer nur auf HRV schaut, sieht vor allem die vagale Seite. Der Sympathikus kann trotzdem aktiv bleiben. Subjektives Erleben, parasympathische Regulation und sympathische Aktivierung können von einander abweichen.
Praxisbezug
Für die DGBfb ist die Studie relevant, weil Biofeedback zunehmend außerhalb klassischer Therapieräume erprobt wird. Digitale Anwendungen können niedrigschwellige Zugänge eröffnen. Sie ersetzen aber keine fachliche Einordnung. Nötig bleiben gute Studien, klare Zielgruppen, tragfähige Übungskonzepte und realistische Erwartungen an Technik und Nutzungstreue.
Quelle
Fuhrmann LM, Lukas CA, Schindler Gmelch L, Berking M. Evaluating a brief smartphone-based stress management intervention with heart rate biofeedback from built-in sensors in a three arm randomized controlled trial. Scientific Reports. 2025;15:20257. doi: 10.1038/s41598-025-06588-4. PMID: 40550871; PMCID: PMC12185712.
