21. März 2026

Design

Eine randomisierte kontrollierte Pilotstudie untersuchte HRV Biofeedback bei Patientinnen und Patienten mit erstmals diagnostiziertem funktionellem Schwindel (n = 24). Die Interventionsgruppe erhielt über zwei Wochen sechs Sitzungen HRV Biofeedback à 20 Minuten. Die Kontrollgruppe erhielt keine Intervention. Erfasst wurden HRV-Parameter sowie psychometrische und schwindelspezifische Skalen.

Ergebnisse

Im Gruppenvergleich zeigten sich Hinweise auf eine verbesserte kardiale autonome Regulation. RMSSD und SDNN stiegen an. Depressive Symptome nahmen ab. Für schwindelbezogene Beschwerden ergab sich kein eindeutiger stabiler Effekt. Im Verlauf sank die Belastung im VHQ in beiden Gruppen, während die Symptomschwere im VSS unverändert blieb. Sympathische Zusatzmaße der Schweißdrüsen und der Gefäßreaktion zeigten keine Veränderung.

Einordnung und Praxisbezug

Die Befunde sprechen für einen überwiegend parasympathischen Effekt. Die Aussagekraft ist wegen der kleinen Fallzahl und des fehlenden Scheintrainings begrenzt. Für die Praxis ist relevant, dass sich physiologische Regulation und depressive Symptomatik beeinflussen lassen könnten. Ob daraus stabile Effekte auf Schwindelsymptome entstehen, müssen größere Studien mit längerer Trainingsdauer klären.

Quelle

Simon E, Penzlin AI, Arndt M, Siepmann T, Barlinn K. Heart rate variability biofeedback in patients with functional dizziness. J Neurol. 2025 Mar 12;272(4):265. doi: 10.1007/s00415-025-12988-3. PMID: 40072625; PMCID: PMC11903525.