25. September 2026
Entspannung wird greifbarer, wenn der Körper Rückmeldung gibt.
Gestern Abend hatten wir in unserer Reihe „DGBfb in der Praxis“ einen sehr lebendigen Einblick in die Arbeit von Renate Ettl. Das Thema war „Biofeedback in der Entspannungspraxis“.
Was verändert sich, wenn körperliche Prozesse sichtbar werden?
Viele Patientinnen und Patienten kommen mit der Überzeugung: „Ich kann nicht entspannen.“ Im Biofeedback zeigt sich oft ein differenzierteres Bild. Manchmal ist Entspannungsfähigkeit bereits vorhanden, wird aber nicht wahrgenommen. Manchmal zeigt sich auch, dass eine vermeintliche Entspannung körperlich eher Aktivierung auslöst.
Genau darin liegt der besondere Wert des Biofeedbacks. Es macht innere Regulation sichtbar. Biosignale werden unmittelbar erfahrbar.
Besonders eindrücklich waren die Fallbeispiele aus der Praxis. Sichtbar wurde, wie schnell unbewusste Muskelanspannung wieder ansteigt, sobald Aufmerksamkeit oder Gespräch einsetzen. Ebenso deutlich wurde, wie wichtig eine ruhige, präzise Anleitung ist. Es geht nicht um Leistung. Es geht um Wahrnehmung, Loslassen und Übung.
Ein zentraler Punkt des Abends war der Alltagstransfer. Biofeedback endet nicht am Bildschirm. Entscheidend ist, was Patientinnen und Patienten aus der Sitzung mitnehmen. Welche Übung passt in den Alltag? Wie kann Regulation auch ohne direkte Rückmeldung wahrgenommen werden?
Für mich war der Abend ein gutes Beispiel dafür, dass Biofeedback keine technische Zusatzmethode ist. Es ist therapeutische Arbeit mit Rückmeldung, Beziehung, Erfahrung und Übung.
Auch wenn der Termin nicht als Vorprogramm zur heutigen Jahrestagung geplant war, passt er inhaltlich sehr gut zu dem, was uns dort ebenfalls beschäftigen wird: Biofeedback aus der Praxis heraus zeigen, Erfahrungen teilen und fachlich weiterdenken.
Wer selbst ein Thema aus der praktischen Anwendung von Biofeedback oder Neurofeedback in unsere Reihe „DGBfb in der Praxis“ einbringen möchte, kann sich gern per E Mail bei mir, Martin Boncek, melden:
generalsekretaer@dgbfb.de
Vielen Dank an Renate Ettl für den offenen Einblick in ihre Praxis und an alle Teilnehmenden für den fachlichen Austausch.
